Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang für einen jungen Rehbock

Am 3. Jänner 2015 um 12:45 Uhr wurde das Feldschutzorgan der Stadt Hainburg von einer Bürgerin kontaktiert, weil sich auf ihrem offenen Grundstück im Westen der Stadt zwei Rehe befänden, wovon eines offensichtlich schwer verletzt ist. Vertreter der Hainburger Jagdgesellschaft wären bereits ebenfalls informiert und auf dem Weg dorthin. (Die Zuständigkeit für Belange des Naturschutzes des Feldschutzorgans ergeben sich aus § 28 Abs. 1 NÖ Naturschutzgesetz 2000.) Die Jäger brachten den verletzten ca. 2jährigen Rehbock direkt zur Tierklinik Hainburg, wo Tierarzt Mag. Christian Hofmann eine Fraktur des Rückgrates diagnostizierte: der 3. Lendenwirbel war gebrochen. Als Ursache gab der Veterinärmediziner an, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um die Kollision mit einem Kraftfahrzeug gehandel haben musste. Der junge Rehbock wurde im Anschluß von seinem Leiden erlöst, medizinisch konnte ihm leider nicht mehr geholfen werden.

In diesem Bereich hat sich der verletzte Rehbock mit seiner Geiß zurückgezogen | Foto: NOE-Umweltwacht.orgIn diesem Bereich des offenen Grundstückes hat sich der verletzte Rehbock mit seiner Geiß zurückgezogen

Die bisherigen Erhebungen des Feldschutzorgans brachten folgenden Erkenntnisstand: In der Nacht des 2. auf den 3. Jänner dürfte es im Bereich des Weingartenweges (Pfaffenbergweg / Carnuntumstraße) zu dem Wildunfall gekommen sein. Laut Einschätzung des Tierarztes konnte sich der Rehbock mit dem gebrochenen Rückgrat im Schock maximal nur wenige hundert Meter fortbewegt haben. Der Rehbock, der in Begleitung einer Geiß war, verkroch sich dann auf das offene Grundstück der Anruferin. Um 8 Uhr Früh des 3. Jänner wurden die beiden Wildtiere dort von ihr wahrgenommen. Nachdem der Aufenthalt äsenden und/oder ruhenden Wildes auf deren Wiese immer wieder vorkommt, also ein vertrauter Anblick. Erst zu Mittag bemerkte sie beim Betreten des Gartens, daß entgegen des sonst üblichen raschen Entfernen des Wildes, der junge Bock nicht mehr aufstehen konnte und sich nur mit den Vorderläufen mühsam versuchte fortzubewegen.

Die hinterlassenen Spuren nach einem qualvollen Leiden | Foto: NOE-Umweltwacht.orgDie hinterlassenen Spuren nach einem qualvollen Leiden …

Wäre der Unfallenker seiner Melde- und Anzeigepflicht gem. § 4 StVO Abs. 1 und 5¹ nachgekommen, hätte dem Tier stundenlanges, schweres Leid erspart werden können! In einem Fall, bei dem Wild nach einem Verkehrsunfall nicht an Ort und Stelle verendet, sondern verletzt flüchtet, wird eine Nachsuche durch Jagdausübungsberechtigte oder Jagdaufseher vorgenommen, die insbesondere auch einem unnötigen Tierleid entgegenwirken soll. Dies kann allerdings nur dann erfolgen, wenn der Polizei der Unfall auch gemeldet wird. Sie verständigt dann die zuständigen Organe.

Bei dem Wildunfall erlitt der Rehbock eine Fraktur des Rückgrates | Foto: NOE-Umweltwacht.orgSofort holten Angehörige der Hainburger Jagdgesellschaft das schwer verletzte Tier und brachten es zur Tierklinik – Tierarzt Hofmann diagnostizierte eine Fraktur des Rückgrates

Die Polizeiinspektion Hainburg wurde zweckdienlich informiert. Die Jagdgesellschaft Hainburg wird Anzeige wegen Fahrerflucht erstatten, wie deren Vertreter Gerhard Gumprecht bestätigt. Sollten Personen Wahrnehmungen gemacht haben oder Zeugen des Unfalles gewesen sein, so werden sie ersucht, dies der Polizei Hainburg unter der Telefonnummer 059-133-3324-100 oder der e-Mail-Adresse: PI-N-Hainburg@polizei.gv.at zu melden.

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§ 4 StVO Verkehrsunfälle

(1) Alle Personen, deren Verhalten am Unfallsort mit einem Verkehrsunfall in ursächlichem Zusammenhange steht, haben
a) wenn sie ein Fahrzeug lenken, sofort anzuhalten,
b) wenn als Folge des Verkehrsunfalles Schäden für Personen oder Sachen zu befürchten sind, die zur Vermeidung solcher Schäden notwendigen Maßnahmen zu treffen,
c) an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken.

(5) Wenn bei einem Verkehrsunfall nur Sachschaden entstanden ist, haben die im Abs. 1 genannten Personen die nächste Polizeidienststelle vom Verkehrsunfall ohne unnötigen Aufschub zu verständigen. Eine solche Verständigung darf jedoch unterbleiben, wenn die im Abs. 1 genannten Personen oder jene, in deren Vermögen der Schaden eingetreten ist, einander ihren Namen und ihre Anschrift nachgewiesen haben.

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